Chronik


 

 

Vereinschronik bis 1971:


Der stark ausgeprägte Hang zum Fischen in der Prims, insbesondere nach dem 1 Weltkrieg,war bei vielen Diefflern Männer weniger in einer Wirtschaftlichen Überlegung begründet,als ein Ausdruck einer Freizeitbeschäftigung, sprich  " Hobby "

Das Fischen,welches anfangs ausschließlich mit Netzen von dem Fischereiberechtigten und seinen Helfern betrieben wurde, wurde in den zwanziger Jahren immer mehr durch das Angeln ersetzt.Und wenn das Netzfischen nur das Privileg einiger weniger Bürger war, so hatte es aber doch in den Kreisen der Nichtfischereiberechtigten seine Anhänger gefunden,die es dann, allerdings zur nächtlichen Stunde, unter zahlreichen Risiken betreiben musstem.Das Angeln, zunächst eine Fischereiart, die ausschlieslich von Kindern mit primitiven Ausrüstungen betrieben wurde, fand immer mehr  Anhänger bei Jugendlichen und dann auch bei Erwachsenen. Eine Verbesserung der Angelgeräte war eigendlich die logische Folge der verstärkten Interessen für diese schöne Fischereiart.

Leider waren aber die Voraussetzungen für die schöne Angelfischereiart rechtlich nicht vorhanden. Auch an die Fischereiberechtigten gestellten Anträge, auf Angelerlaubnis gegen Gebühr, wurde bis auf wenige Ausnahmen abgelehnt.

Trotzdem wurde das Angeln in der Prims rege betrieben. Allerdings mit der Gefahr, eine Bestrafung durch die Polizei zu riskieren. Oft mußten die Angler vor der Polizeikontolle durch die Prims genügend Abstand gewinnen, um nicht erkannt zu werden und einer finanziellen Bestrafung zu entgehen.

Dieser Zustand, der auf die dauer nicht mehr tragbar war, veranlaßte einige ältere Angelfreunde um die Jahreswende 1930/1931 die Gründung eines
Angelssportvereines zu vollziehen, um dann bei der nächsten Verpachtung der Fischerei, im Jahre 1934, als Dieffler Bürgergruppe einen mehr als berechtigten Anspruch auf die Ausübung der Fischereirechte geltend zu machen. Diese Bestreben wurde dann auch bei der Verpachtung der Prims, im Jahre 1934, durch den Zuschlag an den mitlerweile schon an Mitgliedern starkgewordenen Angelsportverein Diefflen , von Erfolg gekrönt.

Der Pachtvertrag für die Prims lief auf 12 Jahre, also eine Zeitdauer, die es erlaubte, nun einen gut funktionierenden Verein aufzubauen, was unter der Leitung des 1. Vorsitzenden, Michael Thiery, bestens gelungen war.

Vor allen Dingen wurde der Fischhege und Pflege eine große Bedeutung eingeräumt. Besondere Aufmerksamkeit wurde dem jährlichen Einsatz von Brut bzw.Jungfischen gezollt.Der vertraglich festgelegte Fischeinsatz von mindestes 25% des Wertes der Fischereipacht wurde um ein Vielfaches überzogen. 

Im Jahre 1935, nach der Eintgliederung in das Großdeutsche Reich, wurden die Vereine gleichgeschaltet und in Sparten aufgeteilt, wobei auch die Vorstände der Vereine, einer neuen Idee entsprechend, umfunktioniert werden mussten.

Nikolaus Schorn, ein alter, erfahrender Fischer, übernahm dann die Vereinsführung und vermittelte seine reichen Fischereierfahrungen an alle Vereinsmitglieder, wobei auch er der Fischhege große Bedeutung zukommen ließ. Infolge Krankheit musste Sportkomerad Schorn im Jahre 1938 die Vereinsführung niederlegen und Adolf Wagner wurde zum neuen Vorsitzenden gewählt.

Auch unter seiner Führung gedieh der Verein weiter, auch über alle Unbilden des Kreidges hinaus.

Nach dem Krieg sammelten sich wieder verhältnismäßig schnell die sich zuhause befindlichen Vereinsmitglieder, um wieder eine Linie in die vereinsinterne Organisation zu bringen und um insbesondere das wilde Fischen mit all den erlaubten und unerlaubten Mitteln, im Interesse der Erhaltung eines gesunden Fischbestandes zu unterbinden.


Zahlreiche Mitglieder waren noch in Kriegsgefangenschaft und nur langsam erreichte der Verein wieder seine ungefähre alte Mitgliederstärke. Ganz besonders möchten wir an dieser Stelle auch der gefalllenen Mitglieder gedenken und ihnen den Dank des Vereines aussprechen für ihre, dem Verein entgegengebrachte Treue und Mitarbeit.

Zu Beginn des Jahres 1946 wurde wieder ein Vereinsvorstand gewählt und Franz Hiebert, ein bewährter Sportangler, wurde zum neuen Vereinsvorsitzenden gewählt.

Unter seiner Leitung wurden bedeutene, konkrete Richtlinien zur Erhaltung des Fischbestandes, z.B. Festsetzung interner Mindestmaße, sowie bestimmter Fangquoten, festgelegt. Ein internationales Preisfischen, im Jahre 1950, wurde zu seiner Zeit organisiert, welches sich durch sein gutes Niveau auszeichnete.

Auch die landweit bekannten Fischerbälle des Vereins hatten ihren Ursprung in der damaligen Zeit. Sie sind heute noch bestens in Erinnerung.

Zu Beginn des Jahres 1951 wurde dann Sportkamerad Richard Weber zum Vorsitzenden des Vereins gewählt. Die Hege und Pflege der Fischerei war auch seine große Sorge, denn nun machte sich die Verschmutzung der Prims immer mehr bemerkbar. Ein übles Problem! Zahlreiche Proteste und Resulutionen aus Vereinen und Verbänden wurden an alle möglichen Institutionen herangetragen, um die Fortschreitung der Gewässerverschmutzung sowohl durch kommunale Abwässer, als auch durch Industrieabwässer, zu unterbinden.

Leider ohne Erfolg!

Im Jahre 1953 musste der Verein im Zuge der Entschlammung des toten Armes 1100 cbm. Schlamm, mit erheblichen finanziellen Kosten, ausheben und einplanieren. Außerdem wurde eine stabile Uferbefestigung angebracht.Weiterhin wurde unter dem Vorsitz von Sportkamerad Weber 1954 für den Verein ein 1,5 ha. großer Kiesweiher käuflich erworben, um bei weiterer, zunehmender Verschmutzung der Prims eine Ausweichmöglichkeit zu schaffen und damit in jedem Fall den schönen Angelsport zu erhalten.

Nachdem Weber im Jahre 1960 auf eine Wiederwahl zum Vorsitzenden verzichtete, wurde Sportkamerad Hermann Bach zum neuen Vorsitzenden gewählt. Auch er versuchte in seiner einjährigen Funktion die Fischereimöglichkeiten zu fördern, durch intensive Hege und Pflege, was ihm in bemerkenswerter Weise gelungen ist.

Ihn löste dann 1961 Sportkamerad Ewald Meyer als Vorsitzender nach einstimmiger Wahl in der Jahreshauptversammlung ab. Er hatte neben allen Sorgen um die Erhaltung des Fischbestandes sowie Förderung des Angelsportes ganz besonders den sportgerechten, sich der Umgebung anzupassenden Ausbau des erworbenen Kiesweihers, zum Ziel gesetzt.

Mit Hilfe der Vereinsmitglieder wurde dann unter seiner Regie, durch jahrelange freiwillige Arbeitsleistungen, eine Anlage geschaffen, die sich sehen lassen kann und neben den Anglern, auch für viele andere Dieffler Bürger ein Ort der Erholung und Entspannung ist. Dass diese 1,5 ha. große Anlage, mit ihrem darauf befindlichen Fischerheim einer ständigen Wartung bedarf, braucht wohl nicht betont zu werden. Ebenso geschieht diese Wartung selbstverständlich durch Eigenleitungen der Vereinsmitglieder.

Im Jahre 1963 wurde der Fischweiher fertig gestellt und zum Gedenken an seinen sich um das Wohl des Vereines besonders verdienten Mannes auf den Namen Wilhelm-Wagner-Weiher getauft. Im selben Jahr wurde Sportkamerad Richard Weber, seiner besonderen Verdienste wegen, zum Ehrenvorsitzenden des Vereins ernannt.


Nach Fertigstellung und Einweihung des Fischweihers widmete sich der 1.Vorsitzende Ewald Meyer verstärkt der Reinhaltung der Fischereigewässer; ja er wurde sogar in Anerkennung seiner Verdienste um die Förderung des Fischereisportes zum Vorsitzenden des Sportfischerei-Verbandes e.V. Saar gewählt und hatte damit eine günstige Basis, um allen negativen Einflüssen gegenüber der Erhaltung des Fischbestandes tätig zu werden. Dass er die ihm hier angebotene Möglichkeit wahr nimmt, ist allseits bekannt.